Bekanntermaßen drückt sich der Wertverlust von Investitionen im Lauf ihrer Nutzungsdauer in Abschreibungen aus. Allein der Vergleich zwischen Abschreibungen und Investitionen zeigt, wie nachhaltig und generationengerecht eine Kommune wirtschaftet. Liegen auf Dauer die Abschreibungen deutlich über den Investitionen, wird von der Substanz gelebt, die Infrastruktur kaputtgespart. Das kann nicht lange gutgehen.

Die Abschreibungsquote im kommunalen Haushalt sagt aus, wie gut die Wertminderung des Anlagevermögens durch Investitionen gedeckt wird, wobei eine Quote von 100% ideal ist, um das Eigenkapital zu erhalten und dauerhaft gleiche Leistungen zu gewährleisten. Sie gibt an, ob die Abschreibungen (Wertverlust) durch Neuinvestitionen ausgeglichen werden und zeigt, ob eine Kommune ihre Vermögensbasis erhält oder durch zu geringe Investitionen das Eigenkapital schmilzt, was auf langfristige Probleme hindeutet.

In Ludwigsau sinkt die Abschreibungsquote seit Jahren kontinuierlich, weil selbst dringend notwendige Investitionen in die Substanzerhaltung des Vermögens systematisch unterlassen wurden, um eine angebliche Schuldenfreiheit zu suggerieren. Im Haushalt 2025 liegt sie bei rekordverdächtigen 7,84%, wobei ja 100% eigentlich ideal wären, s.o.

Was drückt nun die Ludwigsauer Abschreibungsquote aus? Sie zeigt, dass unser öffentliches Vermögen bereits größtenteils abgeschrieben ist und das bisherige Anlagevermögen bewusst aufgrund entsprechender Beschlüsse in den Gemeindegremien nicht durch neue Investitionen ersetzt wurde. Man nahm damit sehr klar in Kauf, dass zukünftige Generationen mit einem geschrumpften Vermögen dastehen und ihre notwendigen Aufgaben nur noch mit riesigen Krediten werden erfüllen können.

Ob die bisherige Mehrheitsfraktion dies über Jahrzehnte unter Generationengerechtigkeit, Nachhaltigkeit und finanzieller Stabilität verstanden hat?