Dem Ludwigsau Kurier war zu entnehmen, dass die Gemeinde Ludwigsau eine neue Leitung
für das Büro der Gemeindeverwaltung sucht. Dass eine solche Schlüsselposition rechtzeitig
ausgeschrieben wird, ist selbstverständlich richtig und notwendig.
Nach unserem Kenntnisstand soll die Entscheidung über die Besetzung jedoch bereits am 23.
März erfolgen – nur drei Tage nach Ablauf der Bewerbungsfrist. Diese enge zeitliche Taktung
wirft Fragen auf.
Gerade weil es sich um eine langfristig bedeutsame Personalentscheidung mit
organisatorischer und finanzieller Tragweite für unsere Gemeinde handelt, halten wir eine
besonders sorgfältige Prüfung für unerlässlich. Der derzeitige Stelleninhaber bleibt noch bis
in den Herbst im Amt, sodass aus unserer Sicht kein unmittelbarer Zeitdruck erkennbar ist.
Unabhängig von parteipolitischen Perspektiven geht es hier um ein grundlegendes
demokratisches Prinzip: In der Übergangsphase zwischen zwei Wahlperioden sollte sensibel
abgewogen werden, welche weitreichenden Entscheidungen noch vom amtierenden Gremium
getroffen werden und welche dem neu gewählten Gemeindevorstand überlassen werden.
Dieses Vorgehen stärkt die Legitimation politischer Entscheidungen und entspricht einem
verantwortungsvollen demokratischen Stil.
Auf Grundlage der öffentlich zugänglichen Informationen erkennen wir keine zwingende
Notwendigkeit, die eine abschließende Entscheidung noch vor der Kommunalwahl
erforderlich macht. Im Sinne von Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Respekt gegenüber
dem Wählervotum halten wir es für angemessen, diese Entscheidung dem neu gewählten
Gemeindevorstand zu übertragen.
Unser Anliegen ist dabei nicht Konfrontation, sondern Vertrauen: Vertrauen in transparente
Abläufe, in nachvollziehbare Entscheidungsprozesse und in eine Kommunalpolitik, die das
Gemeinwohl über parteitaktische Überlegungen stellt.
Wir appellieren daher an den Gemeindevorstand und alle Verantwortlichen, diese
Personalentscheidung im Sinne unserer Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu
treffen – mit Augenmaß, Sorgfalt und Respekt vor dem demokratischen Prozess.