Die Vertreter von HessenMobil stellten die geplanten umfangreichen Bauarbeiten vor, die in eine Ertüchtigung der sensiblen Verkehrssituation an der Einmündung der K 1 auf die B 27 inklusive einer dauerhaften Ampelanlage münden sollen. Auf einhellige Zustimmung der ca. 200 versammelten Bürgerinnen und Bürger stieß die geplante Verbesserung des Radweges sowie die grundhafte Erneuerung und Verbreiterung der Einmündung auf die K 1.
Einzig die vorgesehene dauerhafte Installation einer Ampelanlage in beide Fahrtrichtungen der B 27 sowie der Ausfahrt von der K 1 auf die Bundesstraße rief bei nahezu allen Anwesenden eindeutigen Protest hervor. Man verwies engagiert und sachlich auf sehr gut funktionierende Kreisellösungen, die den Verkehr nicht blockieren sondern flüssig halten. Auch wurde die Zahl der angenommenen Lkw-Bewegungen auf Grundlage der angefragten Logistik-Unternehmen im Industriegebiet Mecklar/Meckbach für die Verkehrsplanung in Zweifel gezogen, differieren sie doch zwischen 800 und 3.200/Tag.
Ein ums andere Mal argumentierten die Behördenvertreter mit ungeeigneten geografischen und räumlichen Voraussetzungen für einen Verkehrskreisel und pochten auf die Einhaltung bestehender Richtlinien, die die angedachte Ampelanlage alternativlos machten.
Die Bürgerschaft ließ nicht locker und forderte einmütig einerseits eine aktualisierte Ermittlung des zu erwartenden Lkw-Verkehrs durch die im Industriegebiet neu angesiedelten Unternehmen Pfenning und Garbe sowie andererseits ein Testen der realen Verkehrssituation nach Abschluss der Bauarbeiten OHNE Ampelregelung. Nur wenn sich dann tatsächlich ein ungenügender Verkehrsfluss ergebe, sollte die im Zuge der Bauarbeiten komplett installierten Ampelkomponenten aktiviert werden.
Nach über zweistündiger engagierter Diskussion mit der anwesenden Bürgerschaft stimmten die Vertreter von HessenMobil den Forderungen zu: Man werde nochmals aktuelle Lkw-Zahlen bei den Unternehmen erfragen, in einer weiteren Bürgerversammlung darüber informieren und nach Abschluss der Bauarbeiten zunächst einmal beobachten, ob der Verkehrsfluss auch ohne Ampelanlage stetig laufe.
Diese Bürgerversammlung hat damit zu mehreren wichtigen Erkenntnissen geführt.
- Es lohnt sich, die Bürger auf Augenhöhe in wichtige Entscheidungen einzubinden, bestenfalls so früh wie möglich und nicht, wie im vorliegenden Fall, erst nach Abschluss aller Planungen.
- Die Bürger diskutieren engagiert und lösungsorientiert über den besten Weg.
- Unser Versprechen für regelmäßig stattzufindende Bürgerversammlungen fördert den Zusammenhalt untereinander, ermutigt zum Einstehen für ein gelingendes Miteinander in der Kommune und wird darüber hinaus mittelfristig für mehr Bereitschaft zur Übernahme ehrenamtlicher Verantwortung bei kommunalen Entscheidungsprozessen führen.
Wir danken allen Beteiligten für ihre Mitwirkung!